Vernissage

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Sozialpädagogin HF habe ich zusammen mit Gabriela, Doris und Melanie eine Vernissage geplant und gestaltet. Jede dieser drei Frauen hat mit mir zusammen ein Kunstobjekt hergestellt, welches ressourcenorientiert und individuell ausgearbeitet wurde. Von der ursprünglichen Idee eine öffentliche Veranstaltung durchzuführen, wich ich aufgrund von Covid-19 ab und entschloss mich, diese virtuell zu präsentieren. Diese Option bringt auch gewisse Vorteile mit sich, wie beispielsweise die Nachhaltigkeit und die Reichweite der «Besucher».
Das Ziel und der Grundgedanke hinter diesem Projekt sind, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit erhalten, sich in der Gesellschaft in Form von Kunst zu positionieren und einen Teil von ihrer Person preisgeben zu können. Durch diese Aktion entsteht die Chance der Gesellschaft einen anderen Blickwinkel aufzuzeigen, welcher dazu beitragen kann, dem Ziel der Inklusion einen kleinen Schritt näher zu kommen.

Riva Steiner, Januar 2021. 

zur 360 Grad Ansicht. (Achtung, macht eine neue Seite auf)

Gabi Bösch, Bewohnerin der Stiftung Säntisblick

Das Bild

Gabriela entschied selbstständig, dass sie gerne ein Bild malen möchte. Bei der Herstellung erlebte ich sie als konzentriert, ausdauernd und begeistert. Ich habe den Eindruck, dass es Gabriela gelungen ist, einen eigenen Umgang mit den vorhandenen Materialien zu finden, was auf der Ebene der Wahrnehmung eine essenzielle Erfahrung darstellen kann. Sie wirkt sehr stolz über das Ergebnis und es scheint ihr wichtig, dieses ihren Mitmenschen zu zeigen.
Gabriela wohnt in der Stiftung Säntisblick in der Waldegg auf der Wohngruppe 3. Ihr hilfsbereites und dankbares Gemüt bereichert die Institution jeden Tag. Tagsüber besucht sie die interne Tagesstruktur, in welcher sie fleissig und motiviert im Industrieatelier tätig ist. Sogar in der Zeit, in welcher die Ateliers aufgrund Corona geschlossen sind, führt sie ihre Arbeiten ausdauernd auf der Wohngruppe weiter. Stehen Hausarbeiten an, bietet Gabriela jedes Mal ihre Hilfe an. Eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung schätzt Gabriela sehr. Ob Theater-, oder Restaurantbesuche, Filmnachmittage, sonnige Spaziergänge oder die Teilnahme am «Samstigfäger»-Angeboten, scheinen ihr grosses Vergnügen zu bereiten. Das Highlight, regelmässig ihre Schwester zu besuchen löst grosse Begeisterung und Vorfreude aus. Ihr Interesse und ihre kontaktfreudige und liebevolle Art gibt sie jedem Menschen in ihren Begegnungen zu spüren.

Doris Hafner, Bewohnerin der Stiftung Säntisblick

Die Badewanne

Das Projekt «Badewanne» präsentiert eine der Haupttätigkeiten im Atelier, welcher Doris Montag bis Freitag nachgeht. Sie schafft somit die Grundlage, um anschliessend gekleisterte Objekte herzustellen, welche zum Verkauf stehen. Für mich persönlich geht Doris dieser Tätigkeit mit einer sichtbaren Leidenschaft nach und weist dabei eine Beharrlichkeit auf, welche eine gewisse Feinmotorik fordert. Die Idee dieses Kunstobjekts entstand, indem wir die Passion des Badens mit den vorhandenen Ressourcen verknüpften.
Doris ist eine Bewohnerin der Wohngruppe drei in der Waldegg. Täglich besucht sie die interne Tagesstruktur. Auf das wöchentliche Schwimm-Angebot freut sich Doris und scheint das Baden sichtlich zu geniessen. Die unbeschwerten und gelösten Bewegungen im Wasser tragen zu einer gewünschten Abwechslung im Alltag bei. Sie besucht in regelmässigen Abständen ihre Mutter am Wochenende, welchen sie mit grosser Gespanntheit und Vorfreude entgegen eifert. Doris verbringt in ihrer Freizeit gerne Zeit in ihrem Zimmer, wo sie Radio hört und bevorzugte Filme im TV schaut. Doch auch auf lange Spaziergänge oder Restaurantbesuche begleitet sie die Gruppe freudig. Durch ihre humorvolle und natürliche Art dürften tägliche Spässe nicht fehlen und tragen zu einer beschwingten Atmosphäre bei.

Melanie Huber, Bewohnerin der Stiftung Säntisblick

Die Tastwand

Wahrnehmung ist etwas subjektives. Jeder Mensch empfindet und verarbeitet Reize auf unterschiedliche Art und Weise. Auf basaler Ebene zu kommunizieren ist der Grundgedanke hinter dem Projekt der «Tastwand». Für die Herstellung dieses Projektes war mir persönlich wichtig, die Wahrnehmung von Melanie anzuregen und ihr neue Erlebnisse mit unterschiedlichen Begebenheiten von Gegenständen zu ermöglichen. Melanie wirkte bei der Herstellung dieses Objektes neugierig und die Atmosphäre empfand ich als ruhig.
Melanie wohnt auf der Wohngruppe 3 in der Waldegg. Ihre Woche gestaltet sich abwechslungsreich und bringt unterschiedliche Aktivitäten mit sich. Nebst der Physiotherapie nimmt sie am Reitangebot teil, besucht das interne Angebot von Musik und Bewegung, als auch die Singnachmittage in der Werkstatt finden nicht ohne sie statt. Es wirkt, als würde Melanie jedes dieser Angebote mit gleichem Enthusiasmus und Fröhlichkeit begegnen. Die regelmässigen Wochenendaufenthalte bei ihrer Familie stellen für Melanie eine genussvolle und erholsame Auszeit dar, bei welcher die Vorfreude sichtlich erkennbar wird. Durch ihre neugierige, gesellige und kontaktfreudige Persönlichkeit bereichert sie das Gruppenleben jeden Tag. Langeweile gibt es nicht, viel lieber lauscht Melanie den Klängen von Musik oder beobachtet das Betreuungspersonal beim Zubereiten von Gerichten.

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